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Re: Wohin mit meinen selbst erstellten OER?

Verfasst: 9. Januar 2020, 12:51
von Magdalena Spaude
Liebe Besucherinnen und Besucher des OER-Forums,

im Dezember fand zu der Frage, wo man die eigenen OER veröffentlichen kann ein r Webinar statt und vorher wurde auch eine dazugehörige Blogreihe veröffentlicht. Hier möchte ich eine Zusammenfassung davon nachliefern.

Endlich ist es geschafft! Das eigene Material ist erstellt und mit der entsprechenden Lizenz versehen. Nun gibt es noch einen letzten Schritt zu tun: Die Veröffentlichung der eigenen OER, um sie Nachnutzenden zur Verfügung zu stellen. Zwei Fragen stellen sich hier: wie und wo?

Das Wie
Diese Frage ist vergleichsweise einfach zu beantworten: OER-Autor/innen sollten darauf achten, die selbsterstellten Materialien in offenen Formaten abzuspeichern und zur Verfügung zu stellen, welche die Bearbeitung für Nachnutzende so einfach wie möglich machen. Verschiedene Dateiformate sind nur mit kostenpflichtiger Software bearbeitbar. Damit sind sie für eine weitere Nutzung nur bedingt geeignet. Alternativen sind hier offene Dokumentformate wie zum Beispiel open office xml für Textdateien, csv für Tabellen, flac für Audio oder png für Bilder, um nur einige zu nennen. Idealerweise werden OER in mehreren gängigen Dateiformaten veröffentlicht, worunter durchaus auch nicht freie, aber üblicherweise verwendete Formate fallen (z.B. docx für Texte).

Das Wo
Die Frage danach, wo Lehrende der Erwachsenenbildung ihre eigenen Materialien veröffentlichen, ist dagegen ungleich schwieriger zu beantworten. Derzeit gibt es nicht die eine zentrale Stelle, um frei lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien der Erwachsenenbildung einer breiten Gruppe von Interessierten zur Verfügung zu stellen. Exemplarisch werden deshalb nachfolgend einige Veröffentlichungsvarianten bzw. -orte kurz vorgestellt und die jeweiligen Vor- und Nachteile erläutert.

1. Veröffentlichung auf der eigenen Webseite oder institutioneller Lernplattform
Das Erstellen einer eigenen Webseite, z.B. in Form eines Blogs erfordert inzwischen deutlich weniger IT-Kenntnisse als noch vor wenigen Jahren. Entsprechende Anleitungen finden sich im Netz. Vorgefertigte Lösungen wie etwa Wordpress bieten Autorinnen einfache Funktionen für das Verwalten und Veröffentlichen verschiedener Dateiformate.

Eventuell verfügt der eigene Arbeitgeber / die eigene Institution über ein eigenes Content Management System, welche die Inhalte für die Webseite der Einrichtung strukturiert und vorhält. Dieses ist eine Möglichkeit, OER zu veröffentlichen. Die hier abgelegten Inhalte können anschließend in einen virtuellen Lernraum eingebunden oder zum Verteilen an Interessierte über die Webseite des Arbeitgebers angeboten werden.

2. Plattformen für spezielle Medienformate
  • Wikimedia Commons: Ein Upload von Fotos, Bildern, Grafiken etc. unter einer OER-Lizenz ist möglich.
  • Flickr: Nach einer Registrierung kann man hier Bilder und Fotos hochladen.
  • YouTube: Auf YouTube können Filme auch mit einer CC-Lizenz hochgeladen werden.
  • Slideshare: Veröffentlichungsort für insbesondere Präsentationen

3. Fach- bzw. themenspezifische OER-Portale
Weitere Möglichkeiten der Veröffentlichung der eigenen offenen Bildungsmaterialien könnten fachspezifische Plattformen sein, die ein Hochladen erlauben und die eventuell selber OER anbieten. Ein solches Beispiel wäre das Projekt Open Digi Media, eine offene Lernplattform für die Digitalisierung in der Produktion. Hier wird sogar zum Mitmachen eingeladen. Für Materialien aus dem Bereich Deutsch als Zweitsprache kommt das VHS-Ehrenamtsportal in Frage. Sie können sich über E-Mail an das Projekt wenden und bekommen für Ihr OER zudem ein Feedback. OER-Materialien, die speziell die Gruppe der Lehrenden der Erwachsenen- und Weiterbildung relevant sind, nimmt das Redaktionsteam von wb-web entgegen. Die wb-web-Redaktion bereitet die Inhalte passend für die Homepage auf und veröffentlicht anschließend dort unter Wahrung der Urheberrechte der Autor/innen und nach Absprache unter der entsprechenden freien Lizenz wie die CC-BY-SA 3.0-Lizenz.

4. OER-Portale für andere Bildungsbereiche
Außerdem können auch Portale, die vor allem Lehrenden anderer Bildungsbereiche bekannt sind, für den Erwachsenen- und Weiterbildungsbereich genutzt werden. So z.B. das OER-Portal ZUM-Unterrichten, das vor allem im Schulbereich verwendet wird. Hier gibt es neben Angeboten zu den MINT Fächern sowie Geistes- und Sozialwissenschaften auch einen Bereich für Sprachen, der sicherlich auch von Lehrenden in der Erwachsenen- und Weiterbildung mit guten offenen Bildungsmaterialien gefüllt werden kann.

5. Auffindbarkeit von OER: Die OER World Map
Damit Ihr OER-Material auch gefunden wird, kann dieses in die OER World Map eingetragen werden. Hier kann man sich als OER-Autor/in registrieren und auf die eigenen Materialien verlinken. Diese müssen dafür zuerst an einem anderen Ort, wie beispielsweise auf der eigenen Homepage oder in einer Cloud, abgelegt sein. Aufgrund von Datensicherheit sollten Cloud-Dienste in Deutschland gewählt werden. In der OER World Map können Interessierte nach entsprechenden Materialien suchen und darauf zugreifen.

6. Online-Tools
Sie benötigen ein Arbeitsblatt, welches Sie anschließend auch als OER veröffentlichen wollen? Tutory: Hier können Arbeitsblätter mit Hilfe von Bausteinen online erstellt und unter einer offene Lizenz veröffentlicht werden.
Learning Apps: Mit diesem Autorenwerkzeug lassen sich multimediale Lernbausteine online erstellen. Diese können dann veröffentlicht und von anderen Personen angepasst werden.

7. Bildungsmaterialspende
Bildungsmaterialspende ist ein OER-Portal, das nicht nur Hochladen von Materialien ermöglicht, sondern auch eine (kostenlose) urheberrechtliche Überprüfung sowie die Lizenzierung als OER vornimmt.

Wenn Sie weitere Ideen und Vorschläge haben, dann würde ich mich freuen, wenn Sie diese hier ins Forum schreiben würden.

Magdalena Spaude

Wohin mit meinen selbst erstellten OER?

Verfasst: 6. November 2019, 09:55
von Magdalena Spaude
Liebe Besucherinnen und Besucher des OER-Forums,

wenn Sie schon Ihre eigenen OER erstellt haben und gern teilen würden, dann stellt sich die Frage "Wie?". Man kann digitale Dokumente sicherlich auch erst einmal per Mail an seine Kolleginnen und Kollegen versenden. Das machen viele Lehrende bzw. Trainerinnen und Trainer ohnehin, auch wenn sie das Material vorher nicht als offenes Material mit einer CC-Lizenz versehen haben. (CC-Lizensierung ist aber rechtssicher, im Gegensatz zu einer irgendwie formulierten Erlaubnis für den Kollegenkreis. Der Aufwand lohnt sich für alle Beteiligten.)

Um den Nutzerkreis zu erhöhen, kann man seine OER auch ins Netz stellen. Wo Erwachsenenbildnerinnen und -bildner das tun können, erfahren Sie in der Blogreihe auf OERinfo. Wenn Sie fachspezifische Portale kennen, die Materialien annehmen, dann berichten Sie gern hier. Wir erweitern dann auch unsere Linksammlung auf wb-web.

Magdalena Spaude